gästebuch
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Buen Camino
mein name ist mythos vom stamm königsdrache aus der jugendschaft helios. ich grüße euch aus dem schönen siebengebirge. bin zufällig auf eure seite gestoßen. schade, dass es euch nicht mehr gibt, ansonsten hätte man mal zusammen etwas unternehmen können.
gut fahrt
MY (Mythos)
schade, dass es euch nicht mehr gibt. ich erinnere mich gerne an unser erstes gemeinsames zeltlager in der schweiz und auch an die erste gemeinsame zeit, als es die frankfurter horten noch gab. ich finde, das klar definierte ende des milieus der jungenschaft und überhaupt der jugend angemessener als eine ins unendliche verlängerte jugendzeit.
wer wollte sich schon mit 60 noch die juja über den bauch ziehen? wer möchte denn noch mit 40 oder 50 als narr auftreten und im anti-aging-wahn eine jugendlichkeit vorschützen, der man vielleicht niemals wirklich gelebt hat? jungenschaft war immer ein milieu auf zeit. ich habe es damals als milieu autonom gestalteter freiheit erlebt, vor allen dingen frei von industriellen identitätsmatrizen und finanzintensiven moden, in denen die mitschüler und mitstudenten sich selbst und die welt deuteten.
ich halte es für tusks bleibendes verdienst, dass er es geschafft hat, die bündischen formen zu intensivieren und auf die jugend als eigenes milieu zu beschränken.
nur so konnte jungenschaft zu dem autonomen jungend-milieu werden, das sie immer war. durch die selbstreflexion der jungenschaft als milieu hat tusk in die bündischen formen eine reflexionsstufe eingebaut, die jedem jungenschaftler definitiv klar machte, dass er nur eine jugend hatte und dass die jungend einmal vorbei sein wird. jedem jungenschaftler war klar, dass er sich in einem milieu auf zeit befindet und nicht unter der verheissung lebenslangen juja-tragens steht. damit hat tusk den später von der hj stellenweise übernommenen formen ihr totalisierendes potential genommen uns die möglichkeit einer lebensübergreifenden bindung von menschen von der wurzel her ausgeschaltet.
welche befreiung!
kein jungenschaftler muss die intensitäten und formen seiner jugend verewigen. jeder darf auch mal erwachsen werden und muss nicht im kindischen getue jugendvernarrter erwachsener dinge nachholen, die ihm durch spätmoderne entfremdungsprozesse in seiner eigenen jugend genommen wurden.
was jungenschaftlern am ende also bleibt, ist der offene raum der moderne, den es verantwortlich zu gestalten heißt.
also- paradoxerweise!-
nehmt euch euer leben!
wenn ihr es nicht nehmt, dann nimmt es euch jemand anderes ab.
nehmt es in euere hand und geht!
geht in eine sich globalisierende welt mit offenen augen und dem herzen in der hand! wir können nur vorwärts leben. und tusk war wohl der einzige, der mit der ihm eigenen leidenschaft die bündischen formen auf die moderne welt hin überstiegen hat.
meine zeit als jungenschaftler ist schon lange vorbei. die ereignisse um 1988/89 hatten ihre bedeutung und ihre ganz eigene intensität, wie wohl für euch alle in euren zeiten auch. ich werde sie nie vergessen. besonders erinnere ich mich an einen von euch (daniel?), der bei der wahl des ältesten an einem 1.11. vehement und klar die einzige gegenstimme abgab, obwohl er erst 12 oder 13 Jahre alt war. mann, so viel courage hätten wir damals alle haben sollen.
zuguterletzt noch eine kleine ergänzung. ihr habt euch vielleicht einmal gefragt, woher eigentlich der gebrochene kreis herstammt. ich kam damals auf die idee die grundform des kreises aufzubrechen und dadurch die grenze entstehen zu lassen.
diese idee kam mir bei einer tätigkeit in der integrativen schule der französisch-reformierten gemeinde in frankfurt. ich habe dort für einige wochen für behinderte und nichtbehinderte kinder das dreckige geschirr gespült. obwohl es kognitive grenzen zwischen den nichtbehinderten und den behinderten gab, war die unauslöschbare würde jedes dieser kinder immer präsent.
trotz der grenzen zwischen behinderten und nichtbehinderten war der kreis noch sichtbar und sie alle gehörten hinein in den kreis der menschen.
diese unauslöschbare würde jedes menschen erschien mir so herrlich unelitär and filled with global significance ;-), dass ich mir dir frechheit erlaubte, euch ein symbol unterzujubeln, in dem der manchmal etwas elitäre anspruch der jungenschaften leicht konterkariert wurde.
so musste ich immer ein wenig schmunzeln, wenn der eine oder andere jungenschaftler mit großem getöse auftrat und sich damit in den widerspruch zum eigenen bundessymbol setzte.
so, jetzt reicht es aber.
ab ins ernste leben.
es macht mehr sinn,
als man gemeinhin denkt.
Cheerio,
Jürgen Eilert,
8. Juni 2006
(ehemals oimoi)
hier regnets, der sommer ist momentan ne totale verlade. naja, aber noch isses ja nich zu spät. ;)
fotos beisteuern... mein "nostalgischer bestand" befindet sich derzeit wohl behütet in einem pappkarton in wiesbaden.
aber wenn wir uns mal lesen, kann ich Dir gerne was aktuelleres zukommen lassen. :)
wer liest diese seite eigentlich noch so? ich lass mal (vorausschauend und menschenlieb wie ich bin) einen weiteren gruss an den nächsten besucher da.
Ist eine unabhängige Jugendzeitung, die man im Internet auch gratis abonnieren kann.
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