geschichte der jungenschaft
dieser text ist der "interior spezial", dem informationsheft der jungenschaft grenzlandfahrer von 1993, entnommen.
der name jungenschaft leitet sich von der deutschen autonomen jungenschaft vom 1.11.1929 (dj. 1.11) ab.diese gruppierung wurde von dem stuttgarter jungenführer eberhard koebel alias tusk gegründet.
sie war die erste vereinigung der bündischen jugend, die nicht nur fahrten und liedkultur pflegte, sondern auch klare politische vorstellungen in den letzten jahren der weimarer republik formulierte.
es wurden erste wohngemeinschaften gegründet, die nur gemeinsames eigentum kannten.
durch ihre bahnbrechenden großfahrten an die grenzen europas und im singen der von dort mitgebrachten lieder wurde ein beitrag zur völkerverständigung und widerstand gegen die deutschtümelei geleistet.
mit ihren zeitschriften, die sich durch einen neuen stil (graphik, kleinschreibung), angelehnt an das bauhaus auszeichneten, sowie durch die selbstgeschaffene kluft, die jungenschaftsbluse und das von lapplandfahrt mitgebrachte zelt, die kothe, unterschied sich dj. 1.11 von den althergebrachten formen der pfadfinderei und des wandervogels. dj. 1.11 schuf sich eine eigene kultur.
unter der naziherrschaft wurden die gruppen verboten. nach gestapohaft emigrierte tusk nach london.
viele der gruppen jedoch lebten in der illegalität weiter. einige akteure des widerstandes stammen aus den reihen von dj. 1.11 (geschwister scholl, edelweißpiraten).
nach dem kriege wählten sich die jungenschaften zeitgeäßere formen, den einfluß und die größe von dj. 1.11 erreichten sie jedoch nicht.